2011 - Eine Odyssee im Webraum

Der Anreiz
Eigene Webseiten im Internet zu betreiben, ist heutzutage ebenso selbstverständlich, wie die offensichtlich natürliche Neigung des Menschen mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Zu einem Großteil werden die angebotenen Inhalte gerne auch mal einfach nur konsumiert. Praktischerweise findet man obendrein dank einer Vielzahl von Suchmaschinen letztendlich auch zu jedem Thema irgendeinen mehr oder weniger brauchbaren Beitrag.
Soziale Netzwerke wie das allseits bekannte Gesichtsbuch erweitern die bisherigen Möglichkeiten um gänzlich neue Formen der Interaktion. Teilnehmer solcher Plattformen werden heute als modern und innovationsfreundlich wahrgenommen.
Für Anbieter von Waren oder Dienstleistungen erscheint es mittlerweile nahezu unumgänglich eine Netz-Präsenz zu betreiben. Jedoch reicht die einfache Anwesenheit nicht aus.
Erst ausdauernde Teilnahme und eine gewisse experimentelle Lernbereitschaft führen zu brauchbaren Ergebnissen. Nebenbei bemerkt, wer möchte schon gerne zusehen, wie der eigene Fortschritt im weltweiten Netz ausbleibt, während die Mitbewerber diese Mittel schon seit geraumer Zeit ausschöpfen.
Die Motivation
Nicht jeder Anbieter vertreibt Produkte, die mit dem Logo eines angebissenen Apfels geschmückt sind oder zu ähnlichen Objekten der Begierde zählen. Der erforderliche Aufwand, den man betreiben muss, um Aufmerksamkeit und Wohlwollen eigener Zielgruppen zu erlangen, verlangt wie immer eine ordentliche Portion Engagement.
Als verbriefte Erkenntnis kann man hierbei ebenfalls ansehen, das selbst hartnäckige Verleger von Printmedien derzeit im großen Stil von herkömmlichem Papier auf mobile digitale Endgeräte wechseln. Angstgetriebener Aktionismus wäre hier sicherlich ein schlechter Berater, aber die Verweigerung heutiger Kommunikationsmittel wäre vergleichbar, mit dem Verzicht auf bisher übliche Mittel wie Ladenlokal, Telefon, Fax oder Radio, TV und Printmedien.
Spätestens jedoch, wenn die Anfragen nach moderneren Kommunikationsangeboten an einen Anbieter herangetragen werden, sollte auch in dem letzten Zweifler das Interesse erwacht sein, einen Blick auf die erfrischenden Chancen einer erweiterten Zukunft zu werfen.
Die Entscheidung
Sollte dann endlich die Entscheidung zugunsten einer eigenen aktiven Teilnahme fallen, ist man als Neuling ohne fremde Hilfe hoffnungslos verloren. Sicher, man kennt da jemanden, der jemanden kennt, der sich da angeblich auskennt, so hat man es jedenfalls gehört. Alternativ sucht man einfach nach altbewährtem Muster mit kreisendem Finger und kribbelndem Bauchgefühl eine Agentur aus den Gelben Seiten.
Doch kann es wirklich so einfach sein? Stress und Zweifel kommen auf. Jetzt nur nichts überstürzen, denn eigentlich ging es bisher ja auch ohne Webseiten oder gar soziale Plattformen. Vorteile und vor allem Garantien für einen Erfolg dieser virtuellen Expedition konnten ja schließlich bisher auch noch nicht erbracht werden. Andererseits gilt es als absolut sicher, dass aktuelle Neueinsteiger nicht mehr zu den Pionieren dieser bereits etablierten digitalen Welt zählen.
Der erste Kontakt
Schon seit geraumer Zeit haben sich viele Unternehmer zumindest eine Adresse für Ihre Firmendarstellung im Internet gesichert. Kostengünstige Angebote von Rechenzentren, die scheinbar unzählige Vorlagen für eine professionelle Webseite anbieten, verleiten durch preislich schmackhafte Offerten schnell zur Anmietung eines virtuellen Raumes. Die erforderlichen Inhalte zur Auffüllung dieser Vorlagen sind jedoch in der Regel noch immer vom Anbieter zu erbringen.
Nicht genutzter aber angemieteter Speicherplatz kann so unter Umständen über die Jahre hinweg auch unnötige Kosten verursachen. Was aber oftmals tatsächlich übrig bleibt, sind leere Seiten. Angekündigte oder schlicht als Baustelle gekennzeichnete Webseiten gehören aber nun mal nicht zu den beliebtesten Reisezielen moderner Surfer.
Die Ernüchterung
Hier enden dann oftmals die besten Ideen und Vorsätze, zumeist auch, weil es einfach nicht gelingen will, die angemietete Internetpräsenz mit adäquaten Inhalten zu füllen. Dies wiederum erscheint auf den ersten Blick doch recht merkwürdig, denn eigentlich müssten alle Prozesse und Produkte des eigenen Unternehmens hinlänglich bekannt sein. Ordentlich formuliert, strukturiert und mit Abbildungen versehen zu Papier oder Computer gebracht, dürfte der baldigen Veröffentlichung einer eigenen Internet-Präsenz gar nichts im Wege stehen.
Doch derartige Selbstdarstellungen einem mit prüfenden Blicken ausgestattetem Publikum auszusetzen, verändern dieses Vorhaben letztendlich zu einem Konstrukt, das spürbar mehr Einsatz fordert als erwartet. Im Alltag des eigenen Berufes verliert man zudem den Stellenwert eines solchen Projektes schnell aus den Augen und lässt so unnötigerweise viel Zeit verstreichen.
Das Fazit
Mit dieser Erkenntnis bleibt einem als Betreiber derartig virtueller Grabstätten oftmals nur noch die Möglichkeit, das Projekt auf die lange Bank zu schieben, sporadisch Ergänzungen einzupflegen oder die komplette Stilllegung zu erwägen. Doch bevor solche Prozesse überhaupt in Gang kommen, können schnell mal einige Jahre vergehen, da ausgelastet durch das übliche Tagesgeschäft kaum Zeit bleibt und das Internet ohnehin noch immer als lästiger Kostenfaktor angesehen wird.
Wohl deshalb trifft man auch heute noch häufig auf unstrukturierte und unfertige Seiten. Eine Internet-Präsenz zu betreiben, ist jedoch ein langfristiges Image-Projekt und bedarf ständiger Pflege, um spürbaren Erfolg zu erzielen.